Präsident Johannes Gesicki †

 

In tiefer Trauer nehmen wir Abschied von unserem Präsidenten, Johannes Gesicki. Wie kaum ein anderer münsterscher Paohlbürger lebte und liebte er den Karneval, war ein unermüdlicher Verfechter des Brauchtums und engagierte sich für die Sache des Frohsinns weit über das normale Maß hinaus. Johannes war viele Jahre bei der Stadtwache im tanzenden Corps.

 

Gemeinsam mit Dietmar Hohmann gründete er mit Gleichgesinnten 1982 die KG Soffie von Gievenbeck und war ihr erster Geschäftsführer. Johannes war lange Jahre auch als Ehrensenator der KG Soffie aktiv. Ende der 90-er Jahre wurde Johannes von der damaligen Trainerin des Offiziers-Corps der KG Paohlbürger, Silke Neth, um Unterstützung beim Training gebeten. Beide kannten sich aus gemeinsamer Zeit bei der KG Soffie.

 

Johannes und die KG Paohlbürger – das war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. 1999 – nach der Senatorentaufe – wurde Johannes Kommandant des Corps. Dem Tennengericht diente er viele Jahre treu als Polizist Felix Marie. Johannes liebte diese Rolle sehr. Zahlreiche Prominente, die er in Handschellen vor die Schranken führte, erinnern sich noch immer sehr gern an ihn. 

 

Durch seine Freundschaft mit „Madame Gigi“ – Rüdiger Cherdron – wurde ihm die Rolle als DJ Ötzi-Double auf den Leib geschrieben. Mehrere Jahre trat er mit seiner Lebensgefährtin, Agnes Deters, die als Nana Mouskouri-Double begeisterte, auf vielen Veranstaltungen zur großen Freude des Publikums auf. 2016 übernahm er schließlich das Amt des Präsidenten, und für diese Auftritte hatte er dann leider keine Zeit mehr. Viele Ideen hat er aber an das jetzige Offiziers-Corps gerne weitergegeben.  

 

Bis zu seiner Erkrankung war Johannes auch immer mit der Dienstags-Truppe auf dem Paohlbürgerhof als „Daniel Düsentrieb“, damit der Hof immer gut in Schuss ist. Viele Ideen und Anregungen von ihm sind überall auf dem Hof nicht zu übersehen. Johannes hat sich leider viel zu früh im Alter von nur 72 Jahren für immer von uns verabschiedet. Die KG Paohlbürger wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

 

Ehrensenator Tony Marshall †

Im Alter von 85 Jahren ist jetzt unser Ehrensenator Tony Marshall verstorben. Der Sänger und Entertainer war 2008 Angeklagter vor dem tennengericht – daraus ist eine tiefe Verbundenheit entstanden, Tony Marshall kam immer wieder gern in den Paohlbürgerhof. 2012 trat er als Zeuge von Sänger und Moderator Gunther Emmerlich auf, den er wacker verteidigte.

 

Im April 2022 gab Tony Marshall mit seinen Söhnen Pascal und Marc in Baden-Baden sein letztes richtiges Konzert. Den letzten Gesangsauftritt hatte Tony Marshall im Juli 2022 in einem Hotel. Im August zeigte er sich noch einmal im Publikum bei einem Konzert von Sohn Marc Marshall (59).

 

Marshall hatte 1971 mit „Schöne Maid“ seinen größten Hit und wurde danach für Jahrzehnte einer der bekanntesten Schlagersänger in Deutschland. Dazu kamen unzählige Fernsehauftritte und Moderationen etwa von Sendungen wie „Lass das mal den Tony machen“ im ZDF.

 

In einem Alter, in dem andere längst die Rente genossen, war er als musikalischer Reiseführer für die ZDF-Reihe „Viva la Musica“ auf Mallorca und in New York, tourte mit den „Stars der Volksmusik“ durch Deutschland oder stand für das Musical „Anatevka“ auf der Bühne. Und mit Weltstar Anastacia sang er die „Schöne Maid“ sogar auf Englisch. „Ich stecke noch voller Energie“, sagte er einmal. „Wer sollte mich bremsen?“

Die Paohlbürger werden ihrem Ehrensenator ein ehrendes Andenken bewahren.

Tony Marshall (l.), hier bei der Verteidigung von Sänger Gunther Emmerlich vor dem Tennengericht 2012.
Tony Marshall (links), hier bei der Verteidigung von Sänger Gunther Emmerlich vor dem Tennengericht 2012.

Ehrensenator Uwe Seeler †

Die jetzt verstorbene Fußball-Legende Uwe Seeler hat auch in Münster Spuren der Freundschaft und Wertschätzung hinterlassen. Sein damaliger Manager in Münster, Wolfgang Töpfer, erinnert sich an Seelers ersten Besuch in der „fußballverrückten Stadt“, wie es damals der Ehrenspielführer der Nationalmannschaft sagte. Im August 1963 am ersten Spieltag der neu geschaffenen Bundesliga war Seeler mit seinen Hamburger Kickern vor 30 000 Zuschauern im Preußen-Stadion aktiv, der HSV trennte sich am Ende von den Preußen mit 1:1.

 

Die freundschaftlichen Kontakte zu Töpfer und natürlich dem Preußen-Star Felix „Fiffi“ Gerritzen waren geknüpft, 2003 besuchte Seeler den Paohlbürger-Hof in Münster und leitete eine Trainingseinheit in der Justizvollzugsanstalt. Der damalige Paohlbürger-Präsident Heinz Seeger, im Gefängnis für die Freizeitgestaltung der Inhaftierten zuständig, hatte den Menschen- und Fußballfreund dazu eingeladen. Für die Gefängnis-Mannschaft hatte Seeler Trikots und Schuhe mitgebracht. „Er stand da auf dem Gefängnis-Innenhof und die Insassen hinter den vergitterten Fenstern riefen minutenlang „Uwe, Uwe“. Das hat ihn tief berührt“, sagt Töpfer.

 

Nach dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Münster und dem Schluck aus dem Goldenen Hahn mit dem damaligen Oberbürgermeister Dr. Berthold Tillmann gab es dann eine unliebsame Überraschung, erinnert sich Töpfer. Seelers Auto, ein 500er Mercedes mit Kennzeichen HH, war auf dem Prinzipalmarkt abgeschleppt worden, weil der Wagen im Halteverbot stand. Trotzdem blieb Seeler Münster wohlgesonnten und folgte 2004 auf Vermittlung von Töpfer einer Einladung der Paohlbürger zum Tennengericht der Narren.

 

„Er kam in Handschellen und wurde angeklagt, weil er seinen Gegnern immer auf die Füße trat, damit sie nicht so hoch springen konnte wie er als gefürchteter Kopfballspezialist“, so Zeitzeuge Töpfer. Am Ende gab es einen Freispruch erster Klasse und Seeler schwärmte noch lange bei seinen regelmäßigen Treffen mit dem Manager und Chef der Five-Star-Event-Agentur. Töpfer: „Uwe konnte mit seiner offenen und herzlichen Art jeden begeistern!“ (Helmut P. Etzkorn, WN)

Ehrensenator Willi Herren †

 

Die KG Paohlbürger ist bestürzt über den Tod ihres Ehrensenators Willi Herren (45). Viele Jahre wirkte der Schauspieler und Entertainer in der bekannten ARD-Serie „Lindenstraße“ mit. Später empfahl er sich als Stimmungskanone auf Mallorca und stand für zahlreiche TV-Formate vor den Kameras der Privatsender.

 

2015 stellte er sich dem närrischen Hohen Gericht im Paohlbürgerhof. Mit seinem Auftritt sorgte er für ausgelassene Stimmung und begeisterte  den ausverkauften Saal. Viel zu früh ist der „kölsche Jung“ von uns gegangen – wir, die Paohlbürger, werden unserem Ehrensenator Willi Herren ein ehrendes Andenken bewahren.

 

Ein Orden für den Staatsanwalt

 

Paohlbürger-Präsident Rüdiger Holtmann war auf Weihnachtsmann-Tour – dabei kam er auch am Haus Harry vorbei und klingelte natürlich an. Natürlich gab´s für den Staatsanwalt des Tennengerichts einen Sessionsorden, und Harry Wijnvoord bedankte sich gemeinsam mit seiner Iris:

 

„Uns wurde heute ein große Ehre zuteil. Der Präsident Rüdiger Holtmann, der Karnevalsgesellschaft Paohlbürger aus Münster, hat es sich nicht nehmen lassen, uns den Sessionsorden 20/21 zu überreichen. Ich freue mich schon auf 2022, da darf ich wieder den Staatsanwalt im Tennengericht geben.“

 

Ehrensenator Gotthilf Fischer †

 

Die KG Paohlbürger trauert um ihren Ehrensenator Gotthilf Fischer. Der Leiter der berühmten Fischer-Chöre starb im Alter von 92 Jahren. 2005 stellte sich der Chorleiter dem närrischen Tennengericht der KG Paohlbürger. Gotthilf Fischer verteidigte sich wacker und machte aus dem Publikum im ausverkauften Saal kurzerhand einen kleinen Fischer-Chor. Als "Baron von Lied und Kanon" schrieb er ein Stück Tennengerichtsgeschichte und wurde schließlich freigesprochen.

Zu bundesweiter Berühmtheit gelangte er, als die Fischer-Chöre 1969 in der Sendung "Dreimal neun" mit Wim Thoelke auftraten. Bald darauf erschien die erste Schallplatte. Fischer dirigierte zwischenzeitlich mehr als 60.000 Sänger auf der ganzen Welt. Sie waren in Freundeskreisen der Fischer-Chöre aktiv. Mehr als 16 Millionen Schallplatten wurden weltweit verkauft.

Die Paohlbürger werden dem beliebten Chorleiter und Ehrensenator ein ehrendes Andenken bewahren.

 

Ehrensenator Werner Böhm †

Die KG Paohlbürger trauert um ihren Ehrensenator Werner Böhm (79). Der Sänger und Entertainer verstarb jetzt nur drei Tage vor seinem Geburtstag in seiner Wohnung auf Gran Canaria.

Werner Böhm alias Gottlieb Wendehals war noch unlängst beim 50. Paohlbürger-Tennengericht im Januar einer der Höhepunkte der Veranstaltung. Als Angeklagter eroberte mit Humor, Herz, Charme und Verstand die Herzen der Zuschauer im Sturm und begeisterte das Tennengericht mit seinem Wortwitz und seiner Spontanität.

Seine Entertainerqualitäten bewahrte sich unser Ehrensenator bis zuletzt – als Gottlieb Wendehals ließ er auch im Paohlbürgerhof die „Löcher aus dem Käse fliegen“ und setzte sich selbst mit einer Polonaise durch den Saal, an der sämtliche Gäste mitwirkten, ein Denkmal in der langen Tradition des Tennengerichts.

Werner Böhm war zeitlebens – und wird es immer bleiben – eine Bereicherung in der deutschen Unterhaltungslandschaft. Die KG Paohlbürger ist stolz und froh, ihn als Angeklagten auf seiner Tennengerichtsbank gehabt zu haben.

Werner, wir werden Dich nie vergessen und Dir ein ehrendes Andenken bewahren.